Als Unternehmer kümmerst du dich jeden Tag um deinen Betrieb, deine Mitarbeiter und deine Kunden. Die eigene Altersvorsorge rutscht auf der Prioritätenliste dabei oft nach hinten. Dabei lohnt es sich gerade jetzt, sich das Thema grundsätzlich anzuschauen.
In Kürze
- Altersvorsorge besteht aus drei Schichten: Basisversorgung, geförderte Zusatzversorgung und private Vorsorge.
- Ab 2027 wird die private Altersvorsorge reformiert – unter anderem mit neuen staatlich geförderten Produkten.
- Künftig können auch viele Selbstständige und Unternehmer unmittelbar von der staatlichen Förderung profitieren.
- Bestehende Riester-Verträge müssen nicht automatisch gekündigt werden – ein Wechsel sollte individuell geprüft werden.
- Für Unternehmer zählt vor allem das Zusammenspiel aller Bausteine: bestehende Ansprüche, betriebliche Vorsorge, private Rücklagen und neue Fördermöglichkeiten.
Mit der Reform der privaten Altersvorsorge ändern sich ab 2027 wichtige Rahmenbedingungen – und zum ersten Mal werden auch viele Selbstständige direkt in die staatliche Förderung einbezogen.
Bevor es um einzelne Produkte geht, schauen wir uns eine viel wichtigere Frage an: Wie ist deine Altersvorsorge eigentlich aufgebaut – und welche Möglichkeiten passen zu dir als Unternehmer?
Übrigens: Wir bieten auch ein Online-Seminar zu diesem Thema an. Melde dich hier an und hole dir alle Infos direkt von unserem Experten.
Die 3 Schichten der Altersvorsorge
Beim Thema Altersvorsorge ist häufig von drei Schichten die Rede. Dabei werden die verschiedenen Vorsorgeformen vor allem danach unterschieden, wie sie steuerlich behandelt werden.
1. Basisversorgung
Zur ersten Schicht gehören unter anderem die gesetzliche Rentenversicherung und die Basisrente, häufig auch Rürup-Rente genannt. Sie bilden die grundlegende Absicherung für das Alter. Welche Rolle diese Schicht für dich als Unternehmer spielt, hängt unter anderem davon ab, wie du bisher abgesichert bist.
2. Geförderte Zusatzversorgung
Hier zu zählen bisher vor allem die betriebliche Altersvorsorge und die Riester-Rente. Genau in diesem Bereich verändert sich 2027 einiges.
3. Private Altersvorsorge
Zur dritten Schicht gehört die private, nicht auf dieselbe Weise staatlich geförderte Vorsorge – zum Beispiel private Rentenversicherungen oder ein eigener Fonds- beziehungsweise ETF-Sparplan. Sie bietet in der Regel mehr Flexibilität, folgt aber anderen steuerlichen Regeln als die ersten beiden Schichten.
Für Unternehmer geht’s deshalb nicht um die Frage, welche einzelne Form der Altersvorsorge „die beste“ ist, sondern es geht darum, wie die verschiedenen Formen sinnvoll zusammenpassen.
Was ändert sich bei der "neuen" Riester-Rente?
Die bisherige Riester-Rente wird grundlegend reformiert. Ab 2027 kommen neue staatlich geförderte Vorsorgemöglichkeiten dazu.
Eine der wichtigsten Neuerungen ist das Altersvorsorgedepot. Dabei kann ohne Kapitalgarantie zum Beispiel auch in Fonds und ETFs investiert werden. Daneben bleiben Produkte mit Garantien möglich. Außerdem wird es ein standardisiertes Altersvorsorgedepot mit gesetzlich begrenzten Kosten geben.
Auch die staatliche Förderung verändert sich: In Zukunft richtet sich die Grundzulage unmittelbar nach dem eingezahlten Betrag: Für die ersten 360 Euro Eigenbeitrag gibt es 50 Cent Förderung pro Euro, für weitere Einzahlungen bis insgesamt 1.800 Euro 25 Cent pro Euro. Damit sind bis zu 540 Euro Grundzulage pro Jahr möglich. Kinderzulagen können noch dazukommen.
Warum die Reform gerade für Unternehmer interessant ist
Ein besonders wichtiger Punkt taucht in der Diskussion um Riester bisher selten auf: Viele Selbstständige konnten die Förderung bisher gar nicht direkt nutzen – und das ändert sich.
Künftig sind grundsätzlich auch selbstständig Erwerbstätige mit Einkünften aus Gewerbebetrieb oder selbstständiger Arbeit unmittelbar förderberechtigt, sofern die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Damit wird die geförderte private Altersvorsorge für viele Unternehmer überhaupt erst zu einer Option.
Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass die neue Förderung für jeden Unternehmer die richtige Lösung ist. Die eigene Situation kann sehr unterschiedlich aussehen: Gibt es schon Rentenansprüche? Gibt es eine betriebliche Altersvorsorge? Welche privaten Rücklagen hat der Unternehmer? Welche Rolle soll später das eigene Unternehmen spielen? Und wie wichtig sind Flexibilität, Sicherheit und Renditechancen?
Deshalb gilt gerade jetzt: Nicht vorschnell einen neuen Vertrag abschließen, sondern erst einmal verstehen, welche Möglichkeiten es gibt.
Übrigens müssen auch bestehende Riester-Verträge nicht einfach beendet werden. Für vor 2027 abgeschlossene Verträge gilt Bestandsschutz. Außerdem gibt es die Möglichkeit, in die neue Förderung oder einen neuen Vertrag zu wechseln. Ob das sinnvoll ist, hängt vom jeweiligen Vertrag und der persönlichen Situation ab.
Altersvorsorge für Unternehmer: Erst Überblick, dann Entscheidung
Altersvorsorge besteht nicht aus einem einzigen Produkt. Gerade als Unternehmer lohnt es sich, die eigene Versorgung als Ganzes anzuschauen.
Welche Absicherung hast du schon? Wo gibt es Lücken? Welche staatlichen Förderungen kommen infrage? Wie lassen sich betriebliche und private Vorsorge miteinander kombinieren? Und was verändert sich durch die neue Riester-Reform konkret?
Online-Seminar "Jetzt bin ich aber mal dran - Riesterrente und betriebliche Altersvorsorge"
Du bekommst in zwei Stunden einen verständlichen Überblick über die drei Schichten der Altersvorsorge, die Reform der Riester-Rente, die betriebliche Altersvorsorge und weitere private und gesetzliche Möglichkeiten. Das Seminar richtet sich speziell an Unternehmer, Geschäftsführer und Führungskräfte von Handwerksunternehmen.
Alle Infos und Termine findest du >>hier<<.